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Lächeln über Leichenhemdchen

Maria, das Oktoberfestmonster, hatte sich aufgebrezelt. Soviel Kreativität wurde mit dem Sieg im Kostümwettbewerb und einem Gutschein für die Uferlos-Silvesterparty belohnt. [Foto: Hamachers]

[02.11.2007 | Münster | AHM]

Hmm... an dieser Stelle sollten heute eigentlich ganz viele, schräge Bilder von gestern Abend auftauchen. Es war ja immerhin Halloween. Und so ziemlich jede Kneipe und jeder Klub hatte für den 31. eine schaurig-schöne Themenparty angekündigt. Aber wo waren all diese Partys und noch viel wichtiger, wo waren all die verkleideten Menschen?

Süßigkeiten abgreifen

Ein paar künstliche Spinnenweben, an die Tür gehängt (die den Kunstschneewölkchen, die gegen Weihnachten wieder hervorgekramt werden, verdächtig ähnlich sahen), ein leuchtendes Skelett neben dem Türsteher postiert und vielleicht noch eine Kürbislichterkette über die Theke geschwungen. Auf so etwas in der Art beschränkte sich in vielen Fällen der Bezug zum Kalendertag. Aber das auch mit gutem Grund: Scheint Halloween zum „Süßigkeitenabgreifen“ bei den Fünf- bis Zwölfjährigen immer mehr in Mode zu kommen, so scheint es beim münsteraner Partyvolk doch bestenfalls belächelt zu werden.
Denn selbst in Läden, die sich richtig Mühe gegeben haben, wie dem Uferlos zum Beispiel, sah es nicht viel anders aus. Mit 250 geklebten Plakaten, 500 verteilten Handzetteln, massig Deko und Angeboten wie einer Buffet-Meile und einem Kostüm-Contest, konnten zwar gut 1500 Gäste geködert werden, Hexenhüte, Vampirzähne oder blutbefleckte Leichenhemden sah man dennoch nur ganz vereinzelt. Aber warum?

Ausnahmezustand


Am Westfalen an sich kann’s ja eigentlich nicht liegen. Karneval befindet sich die Domstadt doch auch jedes Mal im Ausnahmezustand, und eine abgefahrene Verkleidung übertrifft die andere. Danach gefragt, woran es denn im einzelnen nun liegt, dass man Halloween nicht auch nutzt, um mal wieder in eine andere Rolle zu schlüpfen, gaben die Feiernden die unterschiedlichsten Antworten:
Viele sehen in Halloween einen Import aus den USA, der hierzulande krampfhaft ausgeschlachtet wird, zu dem wir aber eigentlich gar keinen tieferen Bezug haben. Andere haben eher praktische Gründe, Schminke und Kostüm weg zu lassen: „In Münster hört der Abend selten da auf, wo er anfängt. Und wer weiß, wo wir nachher noch hin wollen?“ Wieder andere haben für sich festgestellt, dass ein Outfit, das Aufsehen erregt, auch nicht immer gerade billig ist: „Man kann besser einmal im Jahr richtig Gas geben, und das zu Karneval, als mehrmals so halbherzig einfach nur mitzumachen und dafür im Endeffekt die gleiche Kohle rauszuhauen.“ Eine der häufigsten Antworten war aber, dass die meisten bei Halloween einfach nicht wissen, was sie an solchen Abenden erwartet und bevor man sich als Einziger total zum Honk macht, lässt man’s dann lieber gleich ganz sein.

Volle Tanzflächen

Das alles heißt jetzt aber nicht, dass Münster gestern nicht gefeiert hätte. Im Gegenteil: Ob’s nun an Halloween lag oder einfach am freien Tag danach, die Tanzflächen waren voll, freie Plätze an den Bars heiß umkämpft und der eine oder andere Nachhauseweg dürfte wohl etwas beschwerlicher gewesen sein als an nach einem „normalen“ Mittwochabend. Und wer weiß, vielleicht überkommt der Horror einige ja mit einem Tag Verspätung, wenn sie heute auf der Suche nach Aspirin am Spiegel vorbeikriechen müssen... Annika Hamachers

Zu albern?

Und nun seid ihr gefragt: Helft echo und dem Rest von Münster auf die Sprünge. Warum feiert ihr kein Halloween? Zu albern, zu teuer zu aufwändig? Oder feiert ihr doch, nur im privaten Kreis? Haben wir die Ober-Party überhaupt schlichtweg übersehen?

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