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Das Zünglein an der Waage: Sagel und Atalan (Linke) setzen in Düsseldorf auf Rot-Grün

Selbstbewusst auf dem roten Sofa (v.l.): Ali Atalan, Joachim Bruns und Rüdiger Sagel von der Linken. [Foto: Ulf König]
„Wir sind gesprächs- und handlungsbereit“ betont Rüdiger Sagel, MdL für die Linke. Sein erstes Wahlziel, den Einzug seiner Partei in den nordrhein-westfälischen Landtag, hat er erreicht. Nun hofft er, mit SPD und Grünen auch den zweiten Vorsatz in die Tat umsetzen zu können: Die CDU aus der Regierung zu verdrängen.
Welche Koalition in NRW künftig das Sagen habe, das könne die Linke jedoch nicht alleine entscheiden, meint Sagel. „Wir haben Rot-Grün die gelbe Karte gezeigt – wenn denen ihr Programm lieb ist, können sie es nur mit uns umsetzen, nicht mit der CDU.“ Die inhaltlichen Schnittmengen – für Sagel das ausschlaggebende Kriterium – seien jedenfalls vorhanden.
Alternative Landesfinanzierung
„Präziser sollten unsere Kollegen trotzdem noch werden“ bemerkt Ali Atalan, der zusammen mit Sagel ins Düsseldorfer Kabinett gewählt wurde. Unter dem Motto „Original sozial, auch nach der Wahl“ hatte sich die Linke im Wahlkampf für eine alternative Landesfinanzierung engagiert. „Davon lassen sich die Studiengebühren abschaffen, und zwar sofort“ schlägt Atalan mit Blick auf SPD und Grüne vor, die noch zögern.
"Rotes Schreckgespenst"
Die ersten Schritte in der Landeshauptstadt gestalteten sich für die Linke schwierig: Von Seite der anderen Parteien schlage ihnen eine „gereizte Stimmung“ entgegen, beklagt Sagel. Als „rotes Schreckgespenst im Keller des Landtags“ sei er etwa bezeichnet worden – dabei spielt der Keller vermutlich darauf an, dass die Linken bisher weder einen Fraktionssaal noch auf sonstige Infrastruktur zurückgreifen können: „In Düsseldorf leben wir aus dem Koffer“ unterstreicht Sagel.
Historische Bedeutung
Und dennoch, seine „Arbeit am Puls der Macht“ bezeichnet er als „genugtuend“: Der Einzug ins Parlament sei von historischer Bedeutung, er stünde über den Anfeindungen. „Die haben ihre Niederlage wahrscheinlich noch nicht verarbeitet“ sagt Sagel in Richtung FDP. „Wenn Pinkwart jetzt über eine Ampel-Koalition nachdenkt, ist das nichts anderes als Wahlbetrug.“ Trotzdem sei er gespannt, wie die Gelben als kleiner Koalitionspartner der Sozialdemokraten im Bundesrat gegen die eigene Regierung anarbeiten wollten.
Bruns übernimmt Ratsmandat
Es bleiben also noch viele Baustellen offen. „Wir machen jetzt beinahe mit dem gleichen Pensum weiter, das schon vor der Wahl an der Tagesordnung war“, meint Atalan. Kleine Entlastung: Sein Ratsmandat in Münster übergibt er an Joachim Bruns aus Hiltrup – schließlich sei er von jeher gegen Ämterhäufung und Machtkonzentration gewesen.
Ulf König
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