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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Litauen, ungeschminkt: Stadtmuseum präsentiert Meisterwerke der Schwarz-Weiß-Fotografie seit 1960

Antanas Sutkus: Auf Wiedersehen Parteigenossen

Antanas Sutkus: "Auf Wiedersehen Parteigenossen" - ein Foto der Ausstellung "Fokus Litauen" im Stadtmuseum Münster. [Foto: PD]

[14.05.2010 | Münster | ECHO]

Eindrucksvoll, feinsinnig und bisweilen leicht ironisch präsentieren sich ab Sonntag, 16. Mai, 160 Meisterwerke in schwarz-weiß von elf litauischen Fotografen im münsterschen Stadtmuseum. Die Bilder liefern einen repräsentativen Querschnitt durch die Fotografie des baltischen Landes seit den 1960er Jahren - und blättern ein halbes Jahrhundert litauischer Geschichte und Befindlichkeit auf.

Die Fotografieszene in Litauen ist heute außerordentlich lebendig, und sie war schon zu Sowjetzeiten die bedeutendste auf dem Gebiet der ehemaligen Weltmacht. Das zeigt die gemeinsame Präsentation von Künstlern verschiedener Generationen. Neben den Klassikern der Litauischen Fotoschule der 1960er und 70er Jahre wie Antanas Sutkus, Aleksandras Macijauskas und Algimantas Kuncius bekommen auch die Fotografen der nachfolgenden Generation ihren Raum. „Das Ziel unserer Ausstellung ist, diese fotografischen Meisterwerke einem breiten Publikum nahe zu bringen. Wir zeigen hier erstmals in einer Ausstellung auf deutschem Boden die Potentiale der gegenwärtigen Kunst in Litauen unter dem Vorzeichen einer produktiven Konkurrenz zu den klassischen Vorbildern“, erklärt die Leiterin des Stadtmuseums Dr. Barbara Rommé.

Algimantas Kuncius: Aus der Serie Palanga [Foto: PD]

Über die dunkle Seite der litauischen Seele

Die Menschen, die dunkle Seite der litauischen Seele unter dem Joch der Sowjetherrschaft, das Sozialgefüge am sonntäglichen Strand, der Umgang mit der Zeit, Alkoholismus auf den Dörfern – dies sind nur einige der Themenkomplexe, denen sich die elf gezeigten Fotografen widmen. Im übrigen Europa waren die Arbeiten der litauischen Künstler hinter dem Eisernen Vorhang lange kaum bekannt. Erst nach der Auflösung der Sowjetunion und noch stärker nach der Aufnahme Litauens in die EU im Jahr 2004 drang der Ruhm der Fotoschule von Vilnius nach Mitteleuropa.

Weg zwischen Zensur und Kompromissnotwendigkeit

Beeindruckend sind die Intensität und die Freiheit des künstlerischen Blicks: Offenbar ziemlich unbeeindruckt von den Zwängen des sowjetischen Regimes haben die Künstler es geschafft, ihren Weg zwischen Zensur und Kompromissnotwendigkeit zu finden und ihre unausgesprochenen Botschaften zu vermitteln. Keiner Fotografie haftet das Etikett sozialistischer Realismus an, wenn auch die Umgebung der Menschen die Andersartigkeit des Lebens offenbart.

Ausstellung im Rahmen von "Kulturgebiet 2010"

Die Ausstellung "Fokus Litauen" gehört zu den Aktivitäten von "Kulturgebiet", einer Veranstaltungsreihe, die anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 in Münster einen eigenen kulturellen Akzent setzt. Die Präsentation konnte durch das Engagement der Hauptsponsoren – der Sparkasse Münsterland Ost und der Kulturstiftung der Provinzial – verwirklicht werden. Begleitend zur Ausstellung liegt ein 140 Seiten starker Katalog vor. Der einführende Text von Raminta Jurenaite, Professorin an der Kunstakademie in Vilnius und beste Kennerin der litauischen Fotografie, erläutert die Entwicklung der heimischen Fotoszene.

Die Ausstellung wird am Sonntag um 16 Uhr eröffnet, zu sehen sind die Bilder bis zum 3. Oktober.

Archiv

Am 7.7.2010 ist der Umzug in unser neues Zuhause echo-muenster.de (ohne www.) erfolgt. Auf vielfachen Wunsch bleiben die gesamten bisherigen Inhalte weiterhin hier erreichbar: