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Gievenbecker Spaß-Fußball: Nach 120 Minuten im Kreispokal vorne - TuS patzt beim 3:4

Stefan Gerigk (Krombacher-Brauerei) und Pokalspielleiter Helmut Thihatmar überreichen Sebastian Weitz, dem Tageskapitän des FCG, den Pott nach 120 finalen Minuten. [Foto: Austermann]
Völlig ausgelaugt kamen sie nach Abpfiff aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Die 14 für den 1. FC Gievenbeck im Kreispokalfinale nominierten Fußballer, die nie zuvor und auch nie wieder in dieser Formation spielten, schlugen tatsächlich den Landesliga-Konkurrenten TuS Hiltrup mit 4:3 nach Verlängerung (3:3, 1:2) und hatten großen Spaß dabei.
Der verging dem TuS, der eine 3:1-Führung aus der Hand gab und dann trotz personellen Vorteilen derbe patzte, völlig.
Eher missgelaunt nahm Hiltrups bester Akteur, Kapitän Yannick Gieseler, den Scheck für den Cupzweiten entgegen, bevor er sich wie alle TuS-Akteure davon machte. Restlos bedient nach einem Spiel mit Überlänge, mit völlig unausgewogenem Personalbestand und einem späten vierten Gegentreffer, der niemals fallen durfte. Unzufrieden mäkelten Hiltruper an der Spielleitung herum und an angeblicher FCG-Theatralik.
Weitz-Comback mit 1:0-Treffer
Wahr ist, dass der TuS ein vermeidbares 0:1 durch Sebastian Weitz, der bei seinem Comeback durchspielen musste und am Ende als Kapitän amtierte, wettmachte und durch Gieselers Abstauber sowie Wewersons Kopfballtreffer in Führung ging. Durchschlagskräftig waren die Hiltruper in diesen Szenen, die nahezu in Bestbesetzung aufliefen (Logermann fehlte), aber nie souverän in ihren Aktionen.
Mit Torwarttrainer Sven Martin im Kasten, der ja ohne jede Wettkampfpraxis spielen musste, mit Sebastian Heinrich und Co-Trainer Henning Timpe in den Innenverteidigung lief der FCG fleißig wie taktisch diszipliniert die Räume zu. Dass als „Sechser“ Jannis Hohenhövel aus der U 19 und Tobias Rotthove aus der Zweiten aufgestellt waren, merkte man kaum. Der TuS schaffte es nicht, hier sein Format durchzubringen.
Die leidenschaftlich agierenden Gievenbecker schienen erst nach dem dritten TuS-Treffer, den Oliver Leifken freistehend nach Giselers feinem Anspiel markierte (52.), geschlagen zu sen. Denkste! Denn aus ruhenden Bällen holten sie das Maximum gegen extrem anfällige Hiltruper. Timpe besorgte aus Nahdistanz das 2:3 (67.), als der TuS nach Freistoß nicht aufpasste. Und Timpes Defensivpartner Heinrich schaffte das 3:3 (89.), als TuS-Schlussmann Lennart Lüke einen Freistoß von Gunnar Weber fallen ließ.

Oliver Leifken vom TuS muss abspringen, weil ihm Sebastian Heinrich in die Parade fährt. Der FCG-Verteidiger machte wieder einmal sein Tor.
Ein letzter Patzer
Dass Lüke auf der Linie ein Guter ist, zeigte er wenig später: Tim Schulz stoppte den robusten Weber regelwidrig, den Weber-Schuss vom Punkt fischte Lüke aus dem unteren Eck. Verlängerung also und hier setzte der FCG, der insgesamt vier U 19-Spieler einsetzte, alleine auf die nächste Szene von Weber, der sehr emsig bemüht war.
Durch Gündogdu, Hoeveler und Stöpel war der TuS dem Siegtreffer näher als der FCG – dessen letzten Eckstoß aber drehte Kirchner punktgenau vors Tor, wo Weber per Kopf abnahm und Lüke den Köpertreffer im kurzen Eck völlig perplex zum Einschlag machte. Feierabend.

Völlig locker
Der Bierdusche entkam FCG-Trainer Maik Weßels nicht, auch bei ihm sah man nur noch stolzes Dauerlächeln. „Wahnsinn, den Pokalerfolg mit dieser Truppe erreicht zu haben! Dass alle Mann motiviert waren, hat wohl jeder gesehen. Nach dem 1:3-Treffer schwante mir Böses. Aber klasse, wie sich die Jungs wieder reingekämpft haben - was der Jannis Hohenhövel da an Zweikämpfen gewonnen hat, ist ja überragend.“
Seine Team-Mischung sei „erstmals in dieser Saison völlig ohne Druck“ ins Spiel gegangen. „Alle sollten völlig locker drauflos agieren und Spaß haben.“ Hatten sie.
Thomas Austermann
Namen und Zahlen
TuS: Lüke – Stosberg – Kirchhoff, Schulz – Gieseler – Stöpel, Kleine-Wilke (106. Meier), Fröbel (70. Wellenreuther), Hoeveler – O. Leifken, Wewerson (57. Gündogdu).
FCG: Martin – Weitz, Heinrich, Timpe, Knemeyer (53. Schneeberger) – Hohenhövel, Rotthove – Keil (46. Weber), Kirchner, Cetinkaya (62. Wellermann) – Malaj.
SR: Philipp Hagemann (GW Marathon)
Tore: 0:1 Weitz (5.), 1:1 Gieseler (26.), 1:2 Wewerson (39.), 1:3 O. Leifken (52.), 2:3 Timpe (67.), 3:3 Heinrich (89.), 3:4 Weber (120.).
Bes. Vorkommnis: Weber (FCG) scheitert mit Foulelfmeter an Lüke (90.)
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