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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Jubel, Sekt und Schulterklopfen: Wahlabend in der Bürgerhalle vor dem Bildschirm

Blick in die Bürgerhalle

Rund 250 politisch Interessierte kamen in die Bürgerhalle, um die Landestrends, vor allem aber die Ergbenisse aus Münster direkt mitzubekommen. [Fotos: Hänscheid]

[09.05.2010 | Münster | HH]

Nichts ist offenbar älter, als ein Wahlplakat direkt nach Schließung der Wahllokale. Die ersten Überkleber waren schon unterwegs, als sich in der Bürgerhalle bis zu 250 politisch Interessierte von Jochen Temme noch durch die Auszählung in den münsterschen Stimmbezirken begleiten ließen.

Schon um kurz vor 18 Uhr  strömten Menschen ins Rathaus, aus dessen weit geöffneter Tür dann wenig später Jubel, Beifall und Zustimmungsrufe drangen.

Jubel und Schulterklopfen

Svenja Schulze (SPD-Kandidatin, l.), die erfolgreiche grüne Landtagskandidatin Josefine Paul (Mitte) und Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (Grüne) hatten Grund zur Freude.

Denn schon die Wahltags-Umfragen, auf einer großen Leinwand aus dem Fernsehen übertragen, zeigte den Trend, der die einen verstummen, die anderen jubilieren ließ.  „Die SPD ist wieder da!“, so krächzte Hannelore Kraft mit hörbar angeschlagener Stimme auf der Leinwand, und ihre Anhänger im münsterschen Rathaus bekräftigten das mit Schulterklopfen reihum und Applaus – Svenja Schulze gratulierte der grünen Bundestagsabgeordneten Maria Klein-Schmeink und der erfolgreichen Kandidation Josefine Paul sogleich ebenso herzlich wie die anderen Grünen, die sich angesichts ihres erfolgreichen Abschneidens begeistert um Ratsfraktionschef Heri Klas sammelten. Bärbel Höhn auf dem Bildschirm strahlte nicht weniger als ihre münsterschen Parteifreunde.

Alle warteten auf Münsters Zahlen

Fernsehkameras, Rundfunk-, Print- und Online-Journalisten hatten im etwa zur Hälfte gefüllten Saal viel Platz, Kandidatinnen und Kandidaten und ihre Wahlhelfer zu befragen; auch Prof. Thomas Sternberg, neben Josef Rickfelder einer der beiden CDU-Kandidaten, versuchte tapfer, dem absehbaren Ende der  Düsseldorfer Koalition ins Auge zu sehen. Zunächst spielte der Landestrend eine große Rolle in der Berichterstattung – erst gegen 18.50 Uhr konnte Moderator Jochen Temme die ersten münsterschen Zahlen aus sieben Stimmbezirken verkünden. 

FDP hielt sich zurück

Der bisherige Düsseldorfer CDU-Fraktionspartner, die FDP, hielt sich im Hintergrund: Die Landtagskandidaten Christoph Jauch und Petra Pabst beobachteten die Zahlen im Pinkus, wo ihr  Kreisvorsitzender Daniel Bahr ihnen unter dem Beifall der Getreuen für ihren „überzeugenden und ehrlichen Wahlkampf“ dankte. Nach dieser Ansprache und nach den Dankesworten der beiden Kandidaten machten sich Ratsfraktions-Chefin Carola Möllemann und ihr Vize, Hans Varnhagen, auf zum Rathaus, wo sie die Tür fast zusammen mit Oberbürgermeister Markus Lewe durchschritten, der mit seiner Tochter ebenfalls in die Bürgerhalle strebte.

Hans-Joachim Temme und sein Teams sorgten für die neuesten Zahlen aus den münsterschen Wahlbezirken.

Zweikampf um die Mandate

Drinnen war die Spannung eigentlich schon früh nach dem erkennbaren Trend und den Worten von SPD-Chef Siegmar Gabriel  - „Das System Rüttgers ist abgewählt“ – abgeflacht;  die Becher mit Sekt kreisten bei den Grünen, die rote Fahne, die die Linken mit herein gebracht hatten, wurde ein wenig geschwenkt und allein der doppelte Zweikampf zwischen den münsterschen CDU-Männern und den SPD-Frauen um die Direktmandate hielt schließlich noch etliche Zuschauer in der Halle. Die meisten der gefühlten Gewinner und Verlierer zogen schließlich in ihre Wahlparty-Lokale, um sich zu trösten oder zu feiern, sich Mut zuzusprechen und vereinzelt auch schon nach den Gründen für die Ergebnisse zu forschen. Doch das sind wohl die Themen für morgen und für die kommenden Wochen.

Heike Hänscheid

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