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1. VC Wiesbaden wird beim USC Vizemeister

Über den Wiesbadener Block hinweg schmettert Münsters Ungarin Barbara Degi in dieser Szene. [Foto: Hackmann]
Der neue Vizemeister war am Samstagabend einfach eine halbe Hausnummer zu groß für den USC Münster. So gerne hätten sich Axel Bürings Bundesliga-Volleyballerinnen so von den 1778 Fans am Berg Fidel verabschiedet, wie sie die Saison begonnen hatten: Mit einem Sieg gegen einen Meisterschaftsaspiranten.
Doch der VC Wiesbaden, der selber noch die Chance hatte, in Münster neuer Champion zu werden, war dann doch zu stark für die Unabhängigen: Mit 1:3 (22:25, 17:25, 25:23, 14:25) unterlag der USC nach 105 Spielminuten dem neuen Vizemeister, dem der glatte Sieg nicht reichte, da zeitgleich die Roten Raben aus Vilsbiburg mit 3:1 über das VT Aurubis Hamburg triumphierten. Damit sind die Bayern zum zweiten Mal nach 2008 Deutscher Meister, punktgleich und nur durch das bessere Satzverhältnis im Vorteil gegenüber Wiesbaden.
Identische Startsechs
Büring schickte zu Spielbeginn exakt die gleiche Sechs aufs Feld wie im ersten Saisonspiel am 18. Oktober beim 3:2 gegen den neuen Meister aus Vilsbiburg. Micha Jelinkova, gerade mit frischem Zwei-Jahres-Vertrag beim USC ausgestattet, führte Regie, flankiert vom Blocker-Duo Lea Hildebrand und Gwen Horemans. Im Angriff liefen Barbara Degi, Maren Brinker und Ines Bathen (bei 9:13 kam für sie Sina Fuchs) auf. Wiesbaden wirkte vom Fleck weg einen Tick frischer als die Gastgeberinnen. Der VCW zog – hoch konzentriert und spielfreudig - bereits zur ersten Technischen Auszeit auf 8:4 davon. Nach der ersten Rotation hatten sich die Hessen ein komfortables Polster von 12:7 aufgebaut. Für die Unabhängigen ein Rückstand, dem sie fortan hinterherliefen. Der VCW, ausgesprochen variabel und in der Feldabwehr (um Libera Linda Dörendahl) stark, spielte clever diesen Vorsprung aus, auch wenn Münster nun in die Partie gefunden hatte. Zwar brauchte die Sechs von VC-Trainerin Xiaojun Yang drei Satzbälle, dann jedoch war die Satzführung der Gäste perfekt.

Wiesbadens Martina Novotna setzt sich am Netz gegen die starke Michaela Jelinkova (l.) und Lea Hildebrand durch.
Zwischenspurt reicht dem VCW
Der USC hielt das Niveau der zweiten Hälfte des ersten Sets auch bis zur Satzmitte. Doch ein kurzer Zwischenspurt reichte Wiesbaden, um bei 16:13 denn nächsten Satzgewinn klar vor Augen zu haben. Unabhängig vom Stand in Vilsbiburg, wo die Raben gerade bereits mit 2:0 in Front gegangen waren, kämpften und spielten die Hessen mit vollem Einsatz. Als die eingewechselte Anke Borowikow bei 20:16 zum Aufschlag antrat, war zwei Minuten später alles klar. Die Wiesbadenerin servierte bis 23:16, beim Satzball blieb Münsters Kapitänin Andrea Berg, die bei 16:22 für Degi von Büring aufs Parkett geschickt worden war, im VCW-Block hängen.
USC gibt nicht auf und fightet
Typisch für die laufende Saison: Münster tat den Teufel, aufzustecken. Fast wirkte das Büring-Ensemble nach dem 0:2 befreit, zeigte vorzüglichen Volleyball, mit dem die Gäste phasenweise nicht mithalten konnten. Die Unabhängigen gaben in der Tat den Ton an, und bauten über 8:6 und 16:13 den Vorsprung gar auf 19:14 aus. Vier Ballpunkte in Folge brachten den VCW nochmal ran, doch auch jetzt behielt der USC die Nerven. Maren Brinker, erneut Münsters beste Angreiferin, schmetterte das Spielgerät mit dem zweiten Satzball zum 25:23 in die Wiesbadener Hälfte. Sollten die Westfälinnen dem Gast aus Hessen sogar noch DM-Silber kosten?
Raben Meister - aber Wiesbaden gibt alles
Wiesbaden gab die Antwort auf dem Feld. Und das, obwohl beim Punkt zum 5:2 des VCW die Vilsbiburger Raben ihren zweiten Matchball verwandelten und für das Yang-Team das Kapitel Meisterschaft definitiv abgeschlossen war. Auf 10:4 schossen die Gäste davon. Es wurde zunehmend einseitig und die gut 120 VCW-Fans gaben im münsterischen Volleydrom den Ton an. Als die Unabängigen mit einen 9:16 in die Technische Auszeit mussten, war klar, dass der Traum vom Sieg zum Kehraus und der damit verbundene Sprung auf Platz sieben in die obere Tabellenhälfte nicht mehr stattfinden würde. Die Yang-Sechs ließ sich nicht mehr aus der Ruhe bringen und machte – durch die Ex-Münsteranerin Jojo Barg - mit einem deutlichen 25:14 den Sack zu.
Stehende Ovationen für den USC
Vorzuwerfen war allerdings auch den Münsteranerinnen nichts. Die Tabelle lügt am 26. Und letzten Spieltag einfach nicht, und der Unterschied zwischen dem Achten und dem Zweiten war erkennbar. Trotzdem dürfen Axel Büring und seine Spielerinnen stolz sein auf diese Saison. Das vermittelten dem Team auch die stehenden Ovationen des Münsteraner Publikums nach Spielende. Viele von den fast 1800 wird man in der kommenden Serie wohl wiedersehen am Berg Fidel.
Lutz Hackmann
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Bedenkzeit
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[05.07.2010 | LUH]Im Augenblick dürften Geeske Banck und Anja Günther von ihren gelegentlichen Trainingspartnerinnen Rieke Brink-Abeler und Angelina Grün die Nase gestrichen voll haben.
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