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Kein Kavaliersdelikt, wenn Radler die falsche Seite benutzen
Mancher Pedalritter betrachtet es als Kavaliersdelikt, wenn er auf dem Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs ist. Die Unfallzahlen sprechen aber eine andere Sprache: In Münster passieren pro Jahr 70 Unfälle mit verletzten Zweiradlern, die auf der falschen Seite fahren. "Eine gefährliche Sache", unterstreicht Stephan Böhme vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung der Stadt Münster.
"Deshalb gefährlich, weil andere Verkehrsteilnehmer einfach nicht mit Gegenverkehr rechnen." Besonders Autofahrer, die aus einer Einmündung oder Ausfahrt abbiegen wollen, rechnen nicht mit Radlern aus der falschen Richtung. Kommt es zu einem Zusammenstoß, zieht der Radler auf jeden Fall den Kürzeren. "Der ist ungeschützt und kann sich beim Zusammenprall schwer verletzen“, erläutert Polizist Karsten Boecker, der in Münster als Velo-Streife im Einsatz ist. Einige besonders "Schnelle", berichtet er, seien auf abschüssigen Strecken mit bis zu 25 Stundenkilometern unterwegs.
Piktogramme
Brisant werde es immer dann, wenn Radler sich auf dafür nicht geeigneten Routen entgegenkommen. "Wohin soll man auf einem schmalen Radweg wie zum Beispiel an der Wolbecker Straße oder an der Hafenstraße unter den Eisenbahnbrücken ausweichen?", fragt Boecker. "Etwa auf den Bürgersteig, um dort Fußgänger zu gefährden?"
In Münster gibt es eine Reihe von Radwegen und kombinierten Geh- und Radwegen, die für beide Richtungen freigegeben sind. "In diesen Fällen werden zur Sicherheit die Furten durch Piktogramme und Pfeile gekennzeichnet, teilweise sogar rot eingefärbt", erläutert Böhme. Die besondere Kennzeichnung sei an den Furten, die nur für eine Richtung gedacht seien, nicht vorhanden. "Jeder Radfahrer tut schon zu seinem eigenen Schutz gut daran, sich an die Verkehrsregeln zu halten. Bei Kontrollen können zudem zwischen 15 und 30 Euro fällig werden, je nach Beeinträchtigung der anderen Verkehrsteilnehmer. Also besser die vorgeschriebene Fahrtrichtung nutzen!
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[14.05.2010 | ECHO]Eine 46-jährige Frau war am Freitagvormittag, 14. Mai, gegen 9 Uhr mit dem Fahrrad am Dortmund-Ems-Kanal im Bereich der Nieberdingstraße in Richtung Albersloher Weg unterwegs, als sie plötzlich und ohne Warnsignal von einem Mountainbiker rechts überholt wurde. Da an dieser Stelle zur Zeit gebaut wird, ist der Leinpfad sehr schmal.
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