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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Paulus-Dom: Bistum investiert in die Sanierung rund 10 Millionen Euro

Dom Münster

Das Bistum investiert in die umfassende Sanierung des Paulus-Doms rund 10 Millionen Euro. Ab Juni wird das Gotteshaus eingerüstet. [Foto: PD]

[06.05.2010 | Münster | ECHO]

Der alte, ehrwürdige St.-Paulus-Dom in Münster, Haupt- und Mutterkirche des Bistums, steht vor mehrjährigen umfassenden Sanierungsarbeiten. Erneuert werden müssen das Dach der Kathedrale, die Heizung, Lüftung, Elektrotechnik. Außerdem soll der Brandschutz verbessert und der Salvatorgiebel am südlichen Ostquerhaus restauriert werden.

Dies kündigten Dompropst Josef Alfers, Diözesanbaudirektor Georg Wendel und Projektsteuerer Heinz-Wilhelm Elpers vom Bischöflichen Bauamt am Donnerstag vor Journalisten an. Danach beträgt das Investitionsvolumen für die zwei Bauabschnitte bis 2012 rund zehn Millionen Euro.

Schadhafte Kupferbleche

Anfang Juni wird das Gotteshaus eingerüstet, ab Juli 2011 muss es für mehrere Monate geschlossen werden, um die Maßnahmen zu beschleunigen. Die letzte Innenrenovierung hatte 1985 stattgefunden. Die beiden Türme wurden 2001/02 einer „Steinsanierung“ unterzogen. „Die jetzt beginnenden Arbeiten sind unerlässlich und unaufschiebbar“, betonte Alfers - von außen nach innen beginnend. 

Für das laufende Jahr hat die Bistumsleitung drei Millionen Euro im Haushalt eingestellt. So nehmen sich die Handwerker zunächst die 5.500 Quadratmeter große Dacheindeckung zwischen Westwerk und Ostapsis vor. Die schadhaften Kupferbleche stammen noch aus der Wiederaufbauzeit nach dem Krieg. Vielfach ist die Holzverschalung durchfeuchtet, weil Regenwasser eindringt. Schimmelpilzbildung und Wurmbefall („gewöhnlicher Nagelkäfer“) tun ein Übriges. Bis zum Advent soll das Dach wieder stabil und mit patinierten Kupfertafeln bedeckt sein.

Ökologische Konzepte

2011 beginnen die Maßnahmen im Innern: Dazu gehört der Einbau hitzebeständiger Lampen in Dachstuhl und Türmen sowie der Austausch von Elektroleitungen und die Modernisierung der Blitzschutzanlagen. Auch die Heizungs- und Lüftungssysteme werden grundsätzlich instandgesetzt. Dabei finden nachhaltige ökologische Konzepte besondere Berücksichtigung: So sollen durch Verwendung einer „Geothermie-Anlage“ mit vorherigen Bohrungen im Garten der Kettelerschen Kurie und den Einbau einer Brennwertkesselanlage jährlich Energiekosten von 13.000 Euro eingespart werden. Konsequenz: der jährliche CO-2-Ausstoß reduziert sich drastisch.

Die Renaissance-Fassade am östlichen Querhaus, besser bekannt als „Salvatorgiebel“ mit der Christusfigur als Erlöser, muss aufpoliert werden. Brandspuren im Sandstein sind bis heute Zeugen einer unmittelbar neben der reich ornamentierten Wand niedergegangenen Bombe.

Maßwerkfenster

Für den Sommer 2011 (nach der Großen Prozession Anfang Juli) plant das Domkapitel eine Schließung des Paulusdomes bis Ende November: „Das heißt, es gibt dann zeitweise kein Geläut, keine Sakristeinutzung und keine spielbare Orgel“, bringt es Dompropst Alfers auf einen kurzen Nenner. Die Domgottesdienste finden in dieser Zeit voraussichtlich in der Überwasserkirche statt. Auch touristische Besichtigungen sind dann nicht möglich.

Die Liste der Baumaßnahmen im Dominneren: Erneuerung der Elektroinstallation; ein Überholungsanstrich im Innenraum; ein neuer Holz-Glockenstuhl anstelle des maroden stählernen; eine innere Schutzverglasung für das große Maßwerkfenster des Salvatorgiebels mit dem Ziel einer „thermischen Optimierung“ des Standortes der Orgel im Johanneschor; die Renovierung der Domsakristei, die sich nach Alfers Worten „in einem archaischen Zustand“ befindet; eine Überholung der Kirchenbänke; und eventuell auch eine neue Beleuchtung für den Dom.

Für 2011 sind vier Millionen Euro an Baukosten aufzubringen, für 2012 noch einmal drei Millionen. Aus Mitteln des Denkmalschutzes des Landes NRW gibt es 50.000 Euro an Zuschüssen.


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