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Leere Faust und sanfte Kunst: Gongkwon Yusul-Schöpfer Jun leitet HSP-Workshop

Gongkwon Yusul-Schöpfer Kang Jun (l.) wehrt einen Kick ab. Die junge Kampfsportart aus Südkorea bietet der HSP jetzt im Workshop an. [Fotos: Hackmann]
Gongkwon Yusul – schonmal gehört? Wenn nicht, auch kein Problem. Denn diese junge Kampfsportart wird am Wochenende vom Hochschulsport der WWU in zwei dreistündigen Workshops vorgestellt. Und das nicht von irgendwem, sondern vom „Erfinder“ dieser Disziplin höchstselbst.
Gerade im Kampfsport ist der Hochschulsport (HSP) bereits sehr gut aufgestellt, bietet traditionell eine breit gefächerte Facette (nicht nur) fernöstlicher Kampfkünste von Aikido bis Ving-Tsun Kung-Fu. Von daher ist es nur konsequent, wenn der HSP nun einen Schnupperkurs für die erst 1996 entstandene koreanische Sportart Gongkwon Yusul, was soviel heißt wie „leere (unbewaffnete) Faust und sanfte Kunst“ anbietet. Einerseits. Andererseits konstatiert HSP-Vize Jörg Verhoeven: „Wir sind als Hochschulsport der Uni Münster der Bildung verpflichtet. Unsere Aufgabe ist es, Studierende zu bewegen, in beiderlei Wortsinn. Da bieten sich Dinge an, bei denen die Studierenden über den Tellerrand schauen können.“
Yun knüpft die Kontakte
Dass der Großmeister und Erfinder des Gongkwon Yusul, Kang Jun, mit seinen südkoreanischen Verbandstrainern Gyu-Tae Shin und Hyo-Been Lim persönlich den Workshop leitet, ist auf das Engagement seines Landsmannes Dong Hyeon Yun zurückzuführen, der Kampfsport-Obmann beim HSP ist und den Kontakt zu Kang Jun aufnahm. Für Verhoeven liegt es auf der Hand: „Wer könnte diese junge Sportart besser erklären als deren Erfinder?“
"How to win every fight"
Und der steigt auch gleich ein: „Gongkwon Yusul ist meine Art zu kämpfen“, berichtet Jun. „In Korea arbeiten wir Kampfsportler viel mit den Beinen, aber ich war auf der Suche nach einem zeitgemäßen, umfassenden Stil. Daher finden sich bei Yusul Elemente aus vielen Kampfsportarten, auch Kung Fu, Karate, Hapkido oder Judo, wo es ja keine Tritte gibt.“ Anfangs, so der sympathische Südkoreaner, der in seinen Sportschulen schon in den 1990-er-Jahren den von ihm entwickelten Stil unterrichtete, habe er seine Schöpfung „einfach Kang Jun-Kampfsport“ genannt. Doch nach Veröffentlichung seines Buches mit dem auf den ersten Blick banalen Titel „Wie man jeden Kampf gewinnt“ 1999 und dem Widerstand der großen nationalen Kampfsportverbände, die laut Jun „keine neue Art akzeptieren“ wollten, wurde die Schar seiner Schüler so groß, dass ein Name, der Name, her musste. Und mit einer Workshop-Tour in Australien mit neun Stationen, begann Gongkwon Yusul – auch, oder nicht zuletzt mit Hilfe des Internets – seinen Weg um den Globus. Über Europa, die USA, bis hin nach Südamerika.

"Unbrauchbar geworden"
Jun betont noch einmal, dass es ihm nicht darum geht, neue Techniken zu ersinnen. Er trägt einfach disziplin-übergreifend alles zusammen, passt Angriff- und Verteidigungs-Taktiken an. „Vieles“, so der Koreaner, „was heute in anderen Martial Arts vermittelt wird, ist gar nicht mehr zeitgemäß. Viele Techniken passen in der modernen Gesellschaft nicht mehr. Sie sind damit unbrauchbar geworden“, findet Jun. So ist Gongkwon Yusul die moderne Umsetzung der traditionellen Techniken. Auch die Katas rücken beim GKY weit in den Hintergrund – im Gegensatz beispielsweise zum Karate oder Kung Fu.
Begreifen und Kennenlernen
Was nun kann der Gongkwon Yusul-Guru mit seinen Trainern in zweimal drei Stunden Workshop überhaupt vermitteln? „Natürlich nicht das ganze System“, weiß auch Jun: „Mir geht es um das Begreifen und Kennenlernen. Ich will auch Missverständnisse beseitigen und natürlich Gongkwon bekannt machen. Und Impulse zum Weitermachen geben.“ Verhoeven ergänzt: „Gerade für unsere Übungsleiter im HSP ist sowas doch hoch interessant: Eine neue Sportart erweitert den Horizont, bringt andere Formen der Vermittlung des Lernstoffes mit sich und trägt zur Persönlichkeitsbildung bei.“ Das scheinen auch andere Hochschulsportler und Externe so zu sehen. Denn für den Workshop, der am Samstag (14 bis 17 Uhr) und Sonntag (10 bis 13 Uhr) in der Uni-Halle am Horstmarer Landweg abgehalten wird, sind bereits 50 Interessenten angemeldet. Die Kursgebühr beträgt für Studenten 50 Euro, für Nicht-Studierende 80 Euro.
Lutz Hackmann
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