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Aktuell im Kino: Chloe

Chloe (Amanda Seyfried) verführt Musikprofessor David (Liam Neeson). [Foto: Kinowelt Filmverleih]
Solides US-Remake des französischen Erotikdramas „Nathalie“ (2003). Die Version des armenisch-kanadischen Arthouse-Regisseurs Atom Egoyan („Exotica“) überzeugt dabei in erster Linie durch ein geschickt modernisiertes Drehbuch, eine überzeugende Charakterzeichnung und eine wohldosierte Prise Hitchcock-Suspence.
Darum geht´s: In die gut funktionierende Ehe der erfolgreichen Ärztin Catherine (Julianne Moore) und des beliebten Musikprofessor David (Liam Neeson) platzt eine verräterische SMS: Hat David eine Affäre? Um seine Treue zu testen, engagiert Catherine das Luxus-Callgirl Chloe (Amanda Seyfried). Die aufregende junge Frau präsentiert ihrer Auftraggeberin schnell erste erotische Ergebnisse. Catherine ist schockiert und möchte das Geschäft beenden, aber sie erliegt der Faszination eines gefährlichen Spieles, bei dem sie mehr und mehr die Kontrolle verliert...
Das sagt der Verleih: Was macht eine erfolgreiche Frau, die plötzlich vor dem emotionalen Nichts steht? Die vierfach Oscar-nominierte Julianne Moore ("A Single Man", "Die Stadt der Blinden") lässt sich in Atom Egoyans Thriller auf eine gefährliche Ménage á trois ein. Ihren Gegenpart spielen die „Mamma Mia!“-Entdeckung Amanda Seyfried – sinister und schön – und der Charakterdarsteller Liam Neeson ("96 Hours", "Kinsey"). In Szene gesetzt wird "Chloe" vom gefeierten Autorenfilmer Atom Egoyan, der sich bereits in seinem Welterfolg "Das süße Jenseits" und zuletzt "Simons Geheimnis" mit Themen wie Intimität, Vertrauen und Verrat in menschlichen Beziehungen auseinandersetzte. Zum ersten Mal bringt Egoyan dabei kein eigenes Drehbuch auf die Leinwand: "Chloe" ist ein Remake des französischen Films "Nathalie – Wen liebst Du heute Nacht?" (2003) mit Emmanuelle Béart. Für die Produktion zeichnet sich das Erfolgsduo Ivan Reitman und Tom Pollock ("Disturbia", "Up In The Air") verantwortlich.
Das sagen wir: Das Original, „Nathalie“, von Coco-Chanel Regisseurin Anne Fontaine ist alles andere als ein Highlight der Filmgeschichte. In ihrem müde inszenierten Betrugsdrama aus dem Jahre 2003 ließ die Regisseurin, die auch am Drehbuch mitwirkte, unterforderten A-Stars des franz. Kinos (Fanny Ardant, Gerard Depardieu, Emmanuelle Beart) ein klischeehaft konstruiertes Ehedrama durchexerzieren. Warum also ein Remake dieses durchschnittlichen Films? Wie so oft erliegen amerikanische Filmschaffende, hier in Person des Vater-Sohn-Gespanns Ivan und Jason Reitman, auch hier der eitlen Versuchung, es besser machen zu wollen. Glücklicherweise haben sich die Verantwortlichen dafür einen kanadischen Regisseur an ihre Seite gestellt, der vor allem für dialektisches Feingefühl bekannt ist.
Mit seinem großen inszenatorischen Talent beweist der Kanadier Atom Egoyan einmal mehr, dass er mit geschickter Leichtigkeit die Kontrolle über ein komplexes Beziehungsgeflecht halten kann. Seine durch 13 sehenswerte Autorenfilme angeeignete Erfahrung in punkto hervorragende Schauspielführung reicht hier aus, dass aus dem durchschnittlichen Remake kein unterdurchschnittliches Desaster wird. Das Drehbuch von Erin Cressida Wilson („Secretary“), das im Vergleich zum Original an einigen Stellen gekürzt und an wichtigen Stellen verändert wurde, liefert nun nicht nur einen komplett anderen Ausgang des Films sondern auch einen weiteren Beweis für die Ausnahme der Regel, dass Remakes von ausländischen Regisseuren im Vergleich zum Original immer abfallen.
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Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn....: Sie feinfühlige Melodramen mit beeindruckenden Darstellerinnen und Darstellern mögen, Ihnen Filme gefallen wie „Bitter Moon“ (1992), „Exotica“ (1994), oder „Swimming Pool“ (2003); Sie ein großer Fan der Darstellerin Julianne Moore, Amanda Seyfried oder des Darstellers Liam Neeson sind oder Sie immer schon gewusst haben, dass Ihnen Seitensprünge stets teuer zu stehen kommen.
Christian Gertz
Der Film läuft täglich um 16.00 und um 20.45 Uhr, Mo nur 20.45 Uhr, Mi nur 16.50 und 21.00 Uhr im Schloßtheater, Melchersstraße, Münster.
Karten zum Film können Sie unter der Rufnummer Tel. (0251) 22579 vorbestellen.
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