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Zäsur beim SSB: Neue Aufstellung ohne Willmann

Prof. Günter Willmann hat dem SSB lange genug gedient: Ab Montag trägt er womöglich den Titel des Ehrenvorsitzenden. [Foto: Austermann]
Gravierende Wechsel an verantwortlichen Stellen stehen an, wenn der Stadtsportbund Münster am Montag seine Mitgliederversammlung abhält. Nach 26 Jahren an der Spitze stellt sich der 76 Jahre alte Professor Günter Willmann nicht mehr zur Wiederwahl. Der ausgeguckte Nachfolger Jochen Temme kann als bisheriger SSB-Vize aufrücken und würde dann künftig mit vier stellvertretenden Vorsitzenden den geschäftsführenden Vorstand bilden.
Neben Willmann stehen auch die bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Fell und Siegfried Winter nicht mehr zur Wahl, sehr wohl aber Mechthild Sprock und Heinrich Rövekamp für die Bereiche Breitensport bzw. Recht/Sportstätten. Borussia Münsters Vorsitzender Bernd Finke kandidiert für das Ressort Finanzen und Roland Wischermann (Die Residenz) für die Sparte Leistungssport.
Engagiert in Ehrenämtern
Der in Osnabrück geborene Willmann, Ehrenmitglied des Landessportbundes,
hat sich Zeit seines Lebens nie um Verantwortung gedrückt. Schon vor seiner Lehrtätigkeit als Sportwissenschaftler der Uni Münster (1971 bis ´97) war Willmann Präsident des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes, bis 1969 auch Vizepräsident des Internationalen Verbandes.
Im Bundesland wirkte er von 1971 bis ´77 als Vorsitzender der Landeskonferenz für den Hochschulsport. Von ´77 bis ´95 war Willmann, begeisterter Schwimmer der er war, Vorsitzender des DLRG-Bezirks. 1989 wurde er Sprecher der Stadt- und Kreissportbünde im Landessportbund.
„Münster ist keine Sportstadt“
Im SSB endet mit seinem Ausscheiden eine Ära, in der 1988 die Hauptamtlichkeit Einzug hielt und das Haus des Sports gebaut wurde. Mit der Übertragung von Sportfördermitteln durch die Stadt an den SSB in 1994 erhielt dieser ebenso mehr Gewicht wie durch die Mitgliedschaft in den Ausschüssen. Der „Pakt für den Sport“ wurde 2005 geschlossen und schrieb Aufgaben und Ziele fest.
Dass der Sport in Münster diesen Stellenwert hat, ist der Arbeit Willmanns und seines Teams zu danken. 196 Sportvereine und damit 85.000 Menschen sind im SSB organisiert. Und doch sagte Willmann in einem Interview mit der Hauszeitung von Blau-Weiß Aasee („Der Aaseher“) glasklar: „Münster ist auch heute aus meiner Sicht immer noch keine Sportstadt.“ Es mangele an der Infrastruktur auch für den Leistungssport, an Aushängeschildern aus dem Spitzensport, an Events von überregionaler Bedeutung und „sportlicher Präsenz in der Politik.“ Münster falle vornehmlich als Stadt des Breitensports auf.
„Sport für alle“ muss sein
Willmann hat sich stets gemeldet und offensiv für die Vereine gekämpft – oder hinter den Kulissen in ihrem Sinne Kontakte geknüpft und Entscheidungen vorbereitet. Damit es weiterhin „Sport für alle“ gibt, plädierte Willmann stets für einen angemessenen Sportstättenbau, also die Rahmenbedingungen, die Kommunen sicherstellen müssen.
Und seine Tätigkeitsbreite erlaubt ihm stets Einblicke in den Alltag der Vereine, deren Ehrenamtliche gerade in den letzten Jahren mit gewachsenen Ansprüchen der Angebotsnutzer konfrontiert sind und sich zugleich mit gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen auseinanderzusetzen haben.
Thomas Austermann
Die Mitgliederversammlung findet am Montag (26. April ab 18.30 Uhr) in der 5. Etage der DKV-Residenz am Tibusplatz statt.
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