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[17.05.2010 | ECHO]

Aus sechs mach eins: echo-muenster bekommt ein neues Format. Wir verabschieden uns von den Ressorts Aktuelles, Wirtschaft, Kultur, Hochschulen und Kaleidoskop. Die Sportkollegen werden in gewohnter Qualität weiterhin tagesaktuell berichten - und dies noch ausführlicher tun. Thomas Austermann und Lutz Hackmann bleiben also im wahrsten Sinne des Wortes „am Ball“. 

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Aktuell im Kino: Jerry Cotton

Szene_Jerry_Cotton

Christian Ulmen und Christian Tramitz als Phil und Jerry. [Foto: Constantin Filmverleih]

[14.03.2010 | Münster | CHG]

Jerry Cotton ist deutsches Kulturgut. Nach weniger gelungenen Verfilmungen der Romane in den 60ern war es nur eine Frage der Zeit, wann der smarte FBI-Agent ein weiteres Mal das Licht der Leinwand erblicken würde. Diese Neuinterpretation des Groschenheft-Kultkrimis allerdings besticht in erster Linie durch gähnende Langeweile.

Darum geht´s: Der tadellose Ruf des New Yorker FBI-Agenten Jerry Cotton (Christian Tramitz) ist in Gefahr: Die Leiterin der Dienstaufsichtsbehörde, Daryl D. Zanuck (Christiane Paul), wirft ihm einen Doppelmord vor. Hat Jerry aus Rache Sammy Serano (Moritz Bleibtreu) erschossen, weil er dem Gangsterboss den States Union Goldraub nicht nachweisen konnte? Und hat er wirklich seinen FBI-Partner (Janek Rieke) ermordet, um den einzigen Zeugen zu beseitigen? Für Jerry beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Er muss seinen eigenen Leuten beim FBI entkommen, sich an die Fersen des Gangsters Klaus Schmidt (Heino Ferch) und seiner Bande (Monica Cruz, Jürgen Tarrach, Joram Voelklein) heften und schnellstmöglich den wahren Mörder finden. Jerrys einzige Verbündete sind sein roter Jaguar E-Type, seine Smith & Wesson, Kaliber 38, und ausgerechnet sein neuer Partner Phil Decker (Christian Ulmen).

Das sagt der Verleih: Ob in den Kriminalromanen der 50er mit einer momentanen Gesamtauflage von über 1 Milliarde (!) Exemplaren oder in den Kinohits der 60er Jahre: Kein anderer FBI-Agent hat mehr Charme und Coolness als Jerry Cotton. Wenn der stilsichere G-man vor der Skyline Manhattans für Recht und Ordnung sorgt, können ihn weder miese Schurken noch zwielichtige Ladies aus der Ruhe bringen. Jetzt endlich, nach 40 Jahren Wartezeit, kehrt Jerry Cotton mit einer superstarken Action-Komödie unter der Regie von Cyrill Boss & Philipp Stennert („Neues vom WiXXer“) in der Christian Becker/ Rat Pack Film Produktion („Wickie und die starken Männer“, „Die Welle“) auf die große Leinwand zurück...

Das sagen wir: Die Verfilmung dieses deutschen Kulturguts schien unvermeidlich. Dafür klopften die Produzenten Christian Becker und Carl Woebken bei zwei Experten an die Tür, die schon mit ihrem "Neues vom Wixxer"-Film bewiesen haben, dass man deutsche (TV-)Kulturgüter durchaus erfolgreich parodieren kann. Cyrill Boss und Philipp Stennert wurden auserkoren, Hauptdarsteller Christian Tramitz als Jerry Cotton einen männeraffinen Stoff auf den Leib zu schreiben. Und männeraffin ist sie auch geworden, die Geschichte. Doch hat sie auch Humor? Und wo ist das Neue, das Andere, das Unvergleichliche? Nichts davon ist in der Geschichte über den omnitalentierten FBI-Agenten Jerry Cotton zu sehen. Christian Tramitz leiht dem coolen Groschenromanhelden sein durch-nichts-aus-der-todernsten-Fassung zu bringendes Gesicht, ein `cooler Hardliner mit Stil` wie Autor und Regisseur Philipp Stennert frohlockt. Tramitz setzt um, was verlangt wird. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Dabei verliert sich der Schauspieler weniger in Slapstickkapriolen als in Situationskomik. Die Geschichte bleibt über die 90 Minuten so altbacken und flach wie der Gesichtsausdruck des Titelhelden. Cool ist halt nicht gleich unterhaltsam.

Für die unterhaltsame Komponente sorgt denn auch ein ganz anderer: Ausgerechnet Typen-Darsteller Christian Ulmen sorgt für die wenigen Lacher, die so essentiell wichtig sind in einer Persiflage. Er entgegnet der gähnenden Langeweile und dem bemühten Flachwitz, die hier grassieren, durch eine besonders überzogene Tollpatsch-Performance, die für einige wenige Lacher gut ist. Neben ihm wirken seine Kolleginnen Christiane Paul und die jüngere Schwester von Penélope Cruz, Mónica, wie taffes aber belangloses Beiwerk. Zwar legen sich die Darsteller ins Zeug und punkten durch ein cooles und selbstverliebtes Äußeres. - Ein genußvoll aufspielendes Ensemble und ein professioneller Look reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um mit dieser wild zusammengeschusterten Persiflage mit halbgaren Versatzstücken aus dem Fundus des Kriminalfilms einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Da wird der Zuschauer schneller müde als der FBI-Held mit Schlafdefizit.



[video: id=u-ExIx8M50I]

Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn....: Sie Fan von Verfilmungen deutscher Kulturgüter sind; Sie Filme mögen wie "Der Mann, der Sherlock Holmes war" (mit Hans Albers und Heinz Rühmann, 1937), "Graf Bobby" (mit Peter Alexander und Gunther Philipp, 1962), „Der Wixxer“ (2004) oder „Neues vom Wixxer“ (mit Oliver Kalkofe, Oliver Welke, 2007); Ihnen der Humor von Christian Tramitz und Christian Ulmen gefällt oder Ihnen alle anderen Filme im Kino zur Zeit zu anspruchsvoll sind.

Christian Gertz

Der Film läuft täglich um 15.15, 17.45, 20.15 und um 22.45 Uhr in neuer 3-D-Technik, am Mo um 17.15 und um 23.00 Uhr im Cineplex, Albersloher Weg, Münster.

Karten zum Film können Sie unter der Rufnummer Tel. (0251) 987 12345 vorbestellen.

  • Szene aus "Die Beschissenheit der Dinge"
    [13.05.2010 | ECHO]

    Die belgische Film „Die Beschissenheit der Dinge“ ist ein tragikomisches Sozialdrama und eine bewegende Familiengeschichte, die auf dem autobiographischen Roman von Dimitri Verhulst basiert. Der flämische Regisseur Felix van Groeningen kommt am Mittwoch, 19. Mai, ins Cinema, um sein Werk in einer Vorpremiere vorzustellen.

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  • Szene_aus_Chloe
    [25.04.2010 | CHG]

    Solides US-Remake des französischen Erotikdramas „Nathalie“ (2003). Die Version des armenisch-kanadischen Arthouse-Regisseurs Atom Egoyan („Exotica“) überzeugt dabei in erster Linie durch ein geschickt modernisiertes Drehbuch, eine überzeugende Charakterzeichnung und eine wohldosierte Prise Hitchcock-Suspence.

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  • [13.04.2010 | ECHO]

    Unter dem Titel „Gute Filme für eine gute Sache“ startet die münstersche Hochschulgruppe von Amnesty International am Donnerstag, 15. April, ihre vierteilige Filmreihe im internationalen Zentrum „Die Brücke“ in der Wilmergasse 2.

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  • [09.04.2010 | ECHO]

    Der für Mittwoch, 14. April, im Schloßtheater geplante Besuch von Regisseurin Feo Aladag zur Münster-Premiere ihres Films „Die Fremde“ fällt aus: Wie die Produktionsfirma mitteilen ließ, ist Aladag erkrankt. Der Film wird dennoch wie gewohnt gezeigt.

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  • Szene_aus_Nothing_Personal
    [08.04.2010 | CHG]

    Frei sein. Alles hinter sich lassen. Die junge Holländerin Anne (preisgekrönt: Lotte Verbeek) setzt diesen Traum in die Tat um, reist an die irische Küste und lernt den wesentlich älteren Witwer Martin (Stephen Rea) kennen. Ein beeindruckendes Debüt der gebürtigen Polin Urszula Antoniak. Nicht verpassen!

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