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Aus der Fahrradhochburg in alle Welt: Fachhochschule stellt "Naviki" auf der CeBIT vor

Das Handy als Fahrrad-Navi: Die Fachhochschule Münster stellt ihr Projekt Naviki auf der Computermesse CeBIT vor. [Foto: FH]
Im Auto ist es gang und gäbe: im Navi Start und Ziel eingeben und die Route ermitteln lassen. Fürs Fahrrad macht es nun das so genannte Naviki möglich, individuelle Routen in ganz Deutschland zu errechnen.
Die Fachhochschule Münster präsentiert das Projekt vom 2. bis 6. März auf der Computermesse CeBIT in Hannover.
Radler können das Netz erweitern
Im Internet und mithilfe kostenloser Handy-Software liefert Naviki Routing-Ergebnisse für Radfahrer. Auf www.naviki.org können Nutzer die Strecken auf einer Karte ansehen, als Wegbeschreibung ausdrucken oder für die Navigation mit einem GPS-Gerät oder -Handy herunterladen. Eine Besonderheit von Naviki: Mittels GPS selbst aufgezeichnete Wege lassen sich auf die Internetseite hochladen. Auf diese Weise können alle Radler mit ihren Ortskenntnissen das Streckennetz erweitern. Naviki berücksichtigt automatisch das so ständig wachsende Netz bei Routenauskünften.
Permanent Verbesserungen
„Durch diese Innovation hat das System national und international riesiges Potenzial", ist sich Projektleiter Prof. Dr. Gernot Bauer, Leiter des Labors für Software Engineering der Fachhochschule Münster, sicher. Die Plattform ist erst seit Kurzem als Beta-Version für das Fahrrad-Routing in ganz Deutschland kostenlos verfügbar. Viele Funktionen werden permanent verbessert und ausgebaut.
Weltweit einzigartig
„Naviki überführt Ergebnisse anspruchsvoller Forschung vorbildlich in sinnvolle Anwendungen für den Radverkehr", erklärt Bauer. Eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung des Systems war der weltweit einzigartige Algorithmus, durch den Naviki die eingespeisten Wege aller Nutzer automatisch zu einem zusammenhängenden Netz verbindet. Um von Beginn an ein engmaschiges Wegenetz zu bieten, nutzt Naviki auch die Fahrradstrecken des Projektes OpenStreetMap (OSM). OSM ist ebenfalls ein von Nutzern erstelltes Kartenmaterial im Internet.
Spaß steht obenan
Damit verschiedene Interessengruppen jeweils passende Wege finden, hat das Team der FH für die nächste Ausbaustufe von Naviki verfeinerte Wahlmöglichkeiten, etwa für Rennradler, Mountainbiker und Kinder, anbieten. „Trotz innovativer und anspruchsvoller Funktionen stehen Spaß und Einfachheit auf der Wunschliste der Anwender ganz oben", weiß Bauer.
Anwendungsgebiete
Für Gebietskörperschaften und Tourismusorganisationen bieten die Naviki-Macher auf Anfrage spezielle Werkzeuge zur Planung und Darstellung ihrer Fahrrad-Infrastruktur. Als Anwendungsgebiete stehen bei Naviki längst nicht nur der Freizeitverkehr und Tourismus im Fokus. Das System ist ausdrücklich auch auf den Alltagsverkehr ausgerichtet. Dass Naviki in der Fahrrad-Hochburg Münster entsteht, bringt für die Entwickler handfeste Vorteile. In Münster gebe es ein breites Wissen rund um den Radverkehr, das in das Vorhaben eingeflossen sei, zum Beispiel durch Gespräche mit den Verkehrsplanern der Stadt und mit vielen interessierten Bürgern.
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