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Umschulung leicht gemacht: Arbeitsagentur investiert in künftige Fachkräfte
Sie profitierte im vergangenen Jahr von der Förderung durch „IFLAS“: Samantha Telgmann, hier mit Agentur-Bereichsleiter Wolfgang Rumens, konnte erfolgreich eine Umschulung absolvieren. [Foto: PD]
Auch in der Wirtschaftskrise gilt: Ausgebildete Mitarbeiter sind knapp, der Wert von Fachkräften wächst stetig. Das hat die Agentur für Arbeit Münster erkannt und investiert im Rahmen einer „Initiative zur Flankierung des Strukturwandels“, kurz „IFLAS“, im Jahr 2010 in die Betreuung von qualifiziertem Personal.
686.000 Euro stehen allein im laufenden Jahr für diese und ähnliche Maßnahmen zur Verfügung. Und das mit gutem Grund, wie Reinhold Strunck-Erpenstein, Leiter der hiesigen Arbeitsagentur, die Situation einschätzt: „Die Arbeit der Zukunft wird anspruchsvoll sein. Die Perspektiven von Beschäftigten und auch Arbeitgebern werden künftig immer mehr davon abhängen, welches Qualifikationsniveau beim einzelnen oder im Betrieb vorhanden ist.“
Großes Potential
Umso wichtiger sei es, bereits jetzt einem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen und in die Bildung bisher Ungelernter zu investieren: „Dieser Personenkreis birgt ein großes Potential, das es zu erschließen gilt – vor allem vor dem Hintergrund alternder Belegschaften. Machen wir dies jetzt nicht, fehlen den örtlichen Unternehmen bereits in wenigen Jahren ausreichend fachlich versierte Beschäftigte und damit die Möglichkeit, sich im Wettbewerb um die besten Aufträge zu behaupten.“
Attraktiver Lohn
Aber auch der einzelne Schüler profitiert von der Maßnahme, denn gering Qualifizierte finden in der Regel weniger leicht einen Job und sind im Berufsleben einem höheren Risiko ausgesetzt, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. „Nicht zu vergessen natürlich der Lohn, der für gelernte Mitarbeiter häufig attraktiver ausfällt“, ergänzt Strunck-Erpenstein.
Von Arbeitslosigkeit bedroht
Wer wird überhaupt gefördert? „In erster Linie Personen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Zudem können sie entweder keine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen oder sie gelten als ,wiederungelernt‘“, erklärt der Fachmann. „Das ist der Fall, wenn jemand mehr als vier Jahre nicht mehr in seinem ursprünglich erlernten Beruf, sondern stattdessen in an- oder ungelernter Arbeit tätig war und deshalb die frühere Beschäftigung nicht mehr ausüben kann“, weiß Gabi Roloff, als Teamleiterin in der Arbeitsagentur Münster mitverantwortlich für die Besetzung der Plätze.
Kosten werden übernommen
Die Dauer einer Umschulung ist abhängig von ihrem Inhalt und liegt zwischen einem, maximal zwei Jahren. „Damit gelangen die Teilnehmer schneller als im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung zu ihrem beruflichen Abschluss“, berichtet der Agenturleiter.
Neben Praktika vermitteln vor allem auch theoretische Unterweisungen bei Bildungsträgern die für das spätere Erwerbsleben notwendigen Kenntnisse. Finanziell allein gelassen wird niemand: Sowohl Lehrgangs- als auch Fahrtkosten können vollständig von der Arbeitsagentur Münster übernommen werden.
Arbeitgeber, die Interesse haben, diese Maßnahme der Arbeitsagentur zu unterstützen und Ungelernte im Rahmen betrieblicher Einzelumschulungen auszubilden, können sich hierzu von den Vermittlern im Arbeitgeber-Service beraten lassen. Rückfragen werden vom jeweils bekannten Ansprechpartner oder unter der kostenpflichtigen Servicerufnummer 01801-664466 beantwortet.
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