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Uni-Rektorat fordert nach der Räumung die Rückehr zur Sacharbeit: "Wir teilen in einigen Punkten die Kritik"

WWU-Rektorin Prof. Ursula Nelles zeigte sich nach dem Polizei-Einsatz von heute "erleichtert, wieder zur Sacharbeit zurückkehren zu können." [FOto: PD]
Mit den einzig rechtlichen Mitteln, die Uni-Leitungen im Fall einer Besetzung zur Verfügung stünden, sei die Polizei um Räumung des Hörsaals F1 gebeten worden, erläutert Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles ihre Sicht auf den Einsatz im Fürstenberghaus heute morgen. Da die Protestler aber kurz zurvor das Haus verlassen hätten, habe es auch nichts zu räumen gegeben.
Das Rektorat sei erleichtert, dass nun wieder zur Sacharbeit übergegangen werden könne. Schon länger befänden sich Rektorat und Studierende in der Diskussion über die Verbesserung der Studienbedingungen - auch vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses.
Dr. Marianne Ravenstein, Prorektorin für Lehre, Studienreform und studentische Angelegenheiten der Universität, äußert Verständnis für die inhaltlichen Positionen der Bildungsstreikenden: "Wir teilen in einigen Punkten die Kritik, wollen in den Bereichen, in denen wir als Hochschule das können, möglichst schnell Verbesserungen erreichen - etwa bei der hohen Prüfungsbelastung", so Ravenstein.
"Bologna-Tag" beschlossen
Das Rektorat, heißt es weiter, sei an einer konstruktiven Auseinandersetzung mit allen Beteiligten interessiert, pflege seit längerem den Meinungsaustausch mit Studierenden sowie Lehrenden über den Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform. So sei man sich mit den studentischen Vertretern im Senat im Oktober darüber einig geworden, am 13. Januar 2010 einen "Bologna-Tag" durchzuführen. Dann sollen die Themen "Studierbarkeit der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge", "Änderung der Prüfungsmodalitäten", "Erleichterung des Übergangs vom Bachelor- zum Masterstudiengang" und "Mobilität im europäischen Ausland und in Deutschland" auf der Tagesordnung stehen. Vier Arbeitsgruppen werden sich aufmachen, konkrete und wirksame Lösungen zu entwickeln.
Auch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) beschäftige sich bei ihrer aktuellen Mitgliederversammlung mit der Weiterentwicklung der Bologna-Reform. Im Ergebnis wird eine Entschließung über konkrete Maßnahmen angestrebt. "Die Rektorin wird bei dieser Debatte die Interessen und die Perspektive der WWU einbringen", betont Pressesprecher Norbert Robers.
"Probleme gemeinsam lösen"
"Im Grunde haben wir ähnliche Kritikpunkte und Ziele", appelliert Ravenstein an die Studierenden, sich im Rahmen der universitären Gremien oder des Bologna-Tages konstruktiv am Dialog zu beteiligen. Ravenstein: "Die Probleme, die die Demonstranten bemängeln, kennzeichnen die Situation an allen Hochschulen. Diese Probleme müssen wir gemeinsam lösen und hierfür brauchen wir vor allem die Unterstützung der Politik."
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